Eine «warme Warnung» der Partei der «Eidgenossen»

Wer gedacht hat, dass nur katholische Würdenträger «Mist» über Homosexualität («Es hängt mit der Homosexualität zusammen») behaupten können, muss ich leider enttäuschen. Unter der Überschrift «Warme Warnung – Kritik an der Homosexualität» ist auf der Website der «Partei National Orientierter Schweizer» eigenartiges zu lesen …

Zuerst gibt sich Florian Signer, der Autor des Artikels, versöhnlich und schreibt, dass er «keinen Grund» habe, «Homosexuelle zu diffamieren», da er «selber Homosexuelle kenne», die ihm «menschlich durchaus sympathisch» seien. Es gebe sogar «auch Homosexuelle im patriotischen Widerstand», welche sich etwa «durch den Islamismus bedroht sehen». Aber dann wird der Text noch bizarrer … Homosexualität, so schreibt der stramme Eidgenosse weiter, stehe am Scheideweg. Es gebe entweder die Möglichkeit, einen «konstruktiven oder einen destruktiven Weg weiterzugehen»:

Der konstruktive Weg hätte darin bestanden, dass sich die Homosexuellen für ihre Heilung einsetzten. Sie hätten sich der Wissenschaft zur Verfügung stellen können, die erforscht hätte, ob Homosexualität körperlicher Natur oder geistiger Natur ist.

Doch stattdessen forderten die Homosexuellen aber «ihre Rechte» ein; Homosexualität sei zu «einer Pseudoreligion entartet», die sich ungehindert verbreiten könne. Jetzt aber wird der Text und dessen Konstrukt definitiv zur braunen Kackscheisse. Wir Europäer seien «demografisch im Niedergang» und dabei sei «die Homosexuellen eine zusätzliche Gefahr». Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung sei homosexuell – und das bedeute, dass auch fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung «unfruchtbar» sei – und dies sei ein Verlust im «demografischen Kampf». Und wenn die «Missionierung für Homosexualität» weiterhin vorangetrieben werde, würden «die Homosexuellen beispielsweise bald 20 Prozent der Bevölkerung ausmachen» und so würde die «demografische Abwärtsspirale Europas dramatisch verschärft».

Mit der gesellschaftlichen Akzeptanz der «Homosexuellen» sei zudem die «Büchse der Pandora» geöffnet worden: «Wenn man Homosexualität akzeptieren kann, warum sollte man dann nicht auch Pädophilie akzeptieren?». Die «moralische Messlatte» sei mit der Anerkennung der Homosexualität «massiv verschoben» worden. Und selbstverständlich ist Florian Signer auch ein Spezialist für Fragen rund um die Adoption: «Aus meiner Sicht sind von Homosexuellen adoptierte Kinder eine seelische Zeitbombe, da ihnen jeder Bezug zur Identität und Natürlichkeit genommen wird».

Selbstverständlich hat der stramme Eidgenosse der PNOS auch Lösungsansätze zu bieten und schlägt eine «russische Lösung» und eine «medizinische» Lösung vor: Homosexualität in der Öffentlichkeit soll verboten werden und für Homosexuelle sollten Anreize geschaffen werden, sich «heilen» zu lassen.

An dieser Stelle sei festgehalten, dass heute kein Ernst zu nehmender Wissenschaftler mehr die These von einer Krankhaftigkeit der Homosexualität vertritt. Vielmehr sind sich Forscher*innen einig, dass Homosexualität «völlig natürlich ist und kein selbst erwählter Lebensstil».

Das Parteiprogramm der PNOS basiert klar auf einem nationalistisch‐völkischem‐rechtsextremen Gedankengut. Das Bundesamt für Polizei stufte 2001 die Partei als rechtsextreme Organisation ein. Schätzungen gehen von einer Mitgliederzahl von knapp 300 aus. Sind PNOS‐Mitglieder also nur Wirrköpfe? Natürlich! Aber sind dies die Mitglieder der AfD nicht auch?