Der «Gaydar» auf dem Computer

Ein Professor und ein Student haben eine gruselige Studie veröffentlicht: Mit Hilfe einer Software für Gesichtserkennung erkennen sie die sexuelle Orientierung eines Menschen.

Und zwar mit einer extrem hohen Trefferquote – erkannte das Programm doch 81 Prozent aller schwulen Männer und 74 Prozent aller lesbischen Frauen. Im Vergleich haben «menschliche Probanden» bei den gleichen Bildern nur gerade eine Trefferquote von 61 Prozente bei Schwulen und 54 Prozent bei Lesben.

Für ihre Studie haben die beiden Wissenschaftler eine Standard-Software eingesetzt und sie mit Fotos aus einer Dating-Plattform «gefüttert». Den Bildern hinterlegt war jeweils als Metadaten die sexuelle Orientierung und so lernte die Software bestimmte Merkmale als Indikatoren zu erkennen.

Wenn es tatsächlich gelingt, dass Computer Homosexualität anhand von Gesichtern erkennen können, würde das bedeuten, dass Homosexualität «körperlich» wäre – vielleicht sogar bis hinab auf die genetische Ebene oder Entwicklungseinflüsse in der Schwangerschaft. Indizien dafür gibt es seit langem, schlüssige Beweise stehen aus.

Für uns Schwule und Lesben steht allerdings eigentlich bereits fest: Unsere Sexualität ist keine Entscheidung, sondern eine natürliche Neigung. Und eigentlich bestätigt die Studie dies sogar, indem sie Indikatoren aufzählt, die man unmöglich selbst wählen kann: homosexuelle Männer tendieren dazu, ein schmaleres Kinn, längere Nasen und grössere Stirnpartien zu haben als heterosexuelle Männer; lesbische Frauen hätten tendenziell ein breiteres Kinn und eine kleinere Stirnpartie. Das lasse Schwule «weiblicher» erscheinen und Lesben «männlicher».

Die sexuelle Orientierung lässt sich also quasi an der Stirn ablesen? Ja, sagt der Chef der israelischen Firma Faception: «Unser Persönlichkeit wird von unserer DNS bestimmt und spiegelt sich in unseren Gesichtern». Faception vermarktet Software um potenzielle Gewalttäter zu erkennen, Pädophile zu finden. Oder wen auch immer!

Wenn also nur anhand von Fotos Menschen Eigenschaften zugeordnet werden kann, wird es immer wichtiger, dass Menschenrechte konsequent durchgesetzt werden. Die Sicherheit von uns LGBT+ hängt davon ab!

Sag der Zukunft hallo

Apple verspricht mit dem neuen iPhone X die Zukunft. Face ID sei die sicherste Art Geräte zu entsperren, sich zu authentifizieren und zu bezahlen. Was aber verrät mein Gesicht sonst noch, wenn ich es vor eine Kamera halte?