Schwuler Flüchtling aus Syrien in Istanbul brutal ermordet

Anfangs letzter Woche ist in Istanbul der schwule Wisam brutal ermordet aufgefunden worden. Der Syrer ist vor einem Jahr in die Türkei geflüchtet und hat mit mehreren schwulen Flüchtlingen zusammengelebt – die seinen mit extremer Gewalt zugerichteten Körper nur anhand seiner Hose identifizieren konnten.

Muhammed Wisam Sankari

Muhammed Wisam Sankari

Wie die Mitbewohner von Wisam gegenüber der LGBT‐Organisation Kaos GL berichteten, ist die Situation für schwule Flüchtlinge in der Türkei unerträglich. Dauernd würden sie bedroht. Wisam sei bereits vor fünf Monaten von einer Gruppe Männern entführt, geschlagen und vergewaltigt worden. Er habe in der Türkei um sein Leben gefürchtet und wollte das Land verlassen.

Unterstützung oder Schutz von den Behörden gäbe es nicht! Schwule seine jedermanns Zielscheibe – ob Türke oder Syrer. Gegen Schwule werde besonders sexuelle Gewalt angewandt.

Wie queer.de berichtet, hat der deutsche Bundestagsabgeordnete Volker Beck nach dem Mord an Wisam das Flüchtlingsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Türkei infrage gestellt. Die EU habe die humanitäre Pflicht, mehr für den Schutz besonders gefährdeter Flüchtlinge zu tun und sie durch Aufnahme zu schützen. Das gelte mindestens für LGBT, aber auch für Kurden oder religiöse Minderheiten. Eine Rücksendung dieser Flüchtlinge oder Nichtaufnahme an der Grenze sei unverantwortlich.

Die Türkei sei offensichtlich nicht in der Lage, die Menschenrechte von Lesben, Schwulen und Trans* und Inter* zu schützen: Das zeige neben der brutale Ermordung des schwulen Syrers auch Drohungen gegen die Community und das Verbot des CSDs in Istanbul.