Jahresthema #queerePolitik

Im letzten Jahr hat gayRadio als Jahresthema "Ausgrenzung innerhalb der eigenen Community" ausgesucht. In diesem Jahr haben wir - zusammen mit den HAB - als Thema "queere Politik" ausgesucht.

Als Einleitung zum Thema habe ich auf unserer Website geschrieben:

Die Geschichte unserer "Bewegung" ist fest mit der Politik verbunden. Sogar die "berühmte" Hochzeit zwischen Bart Storm und Stephan Diggelmann 1995 in der Berner Nydeggkirche wurde als Akt „schwuler Politik“ verstanden. Und Pfarrer Klaus Bäumlin, der die Beiden mit einem grossen medialen Getöse traute, wollte mit einer der kirchlichen Trauung ähnlichen Zeremonie Zeichen der Wiedergutmachung setzten.

Ist es nicht auffällig, dass wir uns immer mit irgendwelchen Kompromissen zufriedengeben müssen? Pfarrer Bäumlin traute Bart und Stephan mit einer "ähnlichen" Zeremonie wie Heteros. Und unsere Partnerschaften können wir bloss "eheähnlich" eintragen lassen.

Zusammenfassen werden wir die Beiträge zum Thema in einem Dossier unter queerepolitik.ch ...

 

Hassverbrechen

Bild-Schwerpunktthema-Hate-Crimes-e1451812591386-239x300Für dieses Jahr hat sich Queeramnesty als Schwerpunkt kein Land, sondern ein ebenfalls ein Thema ausgesucht: Hassverbrechen.

Im Oktober wurden das Zürcher Szene-Lokal Les Garçons und seine Gäste gewalttätig angegriffen – begleitet von Hasssprüchen wie "verdammte Schwule". In der Türkei wurden dieses Jahr mehrere Trans*-Menschen ermordet, bei der Jerusalem Pride hat ein extremistischer Jude bei einer Messerattacke fünf Menschen verletzt und eine Jugendliche ermordet, die Vergewaltigung einer lesbischen Frau in Südafrika vor vier Jahren ist bis heute nicht aufgeklärt, schwule Männer wurden in Italien in einem Tram und in der Ukraine auf offener Strasse zusammengeschlagen.

Dazu schreibt Queeramnesty auf ihrer Website:

Eine europäische Umfrage hat ergeben, dass über einem Viertel aller LGBTI-Menschen Gewalt oder Gewaltandrohung erlebt hat, bei Trans*-Menschen ist der Anteil noch höher. Rund 80 Prozent aller Opfer erstatten aber keine Anzeige – häufig aus Angst vor weiterer Diskriminierung durch Polizei und Strafverfolgungsbehörden.

Queeramnesty will das Thema 2016 besonders in das öffentliche Bewusstsein rücken, Missstände und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und sich so gegen Hate Crimes engagieren. Und - wie ich meine - ist hier ganz klar auch die Politik gefordert, die queere Politik gefordert ...