Gräueltaten zeigen oder nicht zeigen?

In letzter Zeit häufen sich Meldungen über Hinrichtungen wegen angeblicher Homosexualität durch die Terrororganisation "Islamischer Staat". So soll der IS nach eigenen Angaben letzte Woche im Irak vier Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren durch Enthauptung getötet haben. Nun ist ein Streit darüber ausgebrochen, ob die vom IS veröffentlichten Videos und Bilder der Hinrichtungen durch LGBT-Medien weitergegeben werden sollen oder nicht?

So verzichtet etwa die deutsche Website queer.de bewusst auf die Veröffentlichung und schreibt:

Nicht weil uns diese Bilder kalt lassen. Nicht weil wir etwa Angst vor den Terroristen haben oder die grausamen Verbrechen des "Islamischen Staats" herunterspielen wollen. Sondern weil das Kalkül der Mörder, mit Schockbildern in aller Welt Angst und Horror zu verbreiten, nicht aufgehen darf.

zuschauer

Zuschauer: vier Männer werden im Irak durch den IS wegen angeblicher Homosexualität geköpft ...

Anderer Meinung ist David Berger, ehemaliger römisch-katholischer Theologe und ehemaliger Chefredaktor der Zeitschrift 'Männer' auf seinem neuen Portal Gaystream. Statt die Wirklichkeit zu zeigen, würden nun die schrecklichen Nachrichten über die Hinrichtungen von Seiten, die für die "vorwiegend links-queere Leserschaft" gemacht würden, lieber mit Bildern von jugendlich-strammen, strahlenden ISIS-Kämpfern illustriert:

Bilder emotionalisieren halt immer, egal welche man wählt: Während die Bilder der ISIS jedem vernünftigen Menschen Abscheu einjagen, sind es die Bilder von queer.de und maenner-online, die mit der subtilen Anziehungskraft von Macht und sexueller Gewalt spielen und so unbewusst Sympathien für die Terroristen erzeugen.

Die Wahrheit liegt wohl - wie so oft - irgendwo zwischendrin: So finde ich es wichtig, dass wir von den fürchterlichen Gräueltaten zwar erfahren, aber mit der Bildauswahl sensibel umgegangen wird. Und eigentlich ist ja schon die Tatsache, dass da Menschen wegen angeblicher Homosexualität umgebracht werden, schrecklich genug ...