Wie es Euch gefällt

20 Jahre ist es also nun her, seit ich mich zu queeren Themen äussere. Meine ersten derartigen "Ergüsse" wurde ich als Chefredaktor des 'Ursus Insider', der Zeitschrift des Ursus Club Bern, los ...

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Front des ersten 'Ursus Insider' anfangs 1995

Anfangs 1995 bekam der legendäre Ursus Club an der Junkerngasse in Bern ein Facelifting verpasst – und ebenfalls das Vereinsorgan bekam einen neuen Namen und das Layout wurde modernisiert und von Ludwig Zeller gestaltet. Thema des ersten 'Ursus Insider' war "Wie es Euch gefällt". Ich schrieb damals im Editorial trotzig: "Ob in weissen Socken oder in Leder, ob Gruppensex zu fünft oder am Telefon zu zweit … Wie es uns gefällt, geht niemanden was an!".

Ich trug zum Schwerpunktthema zwei Artikel bei: Ich stellte Whitesox, der Club für Socken- und Fussliebhaber vor und ich machte ein Interview mit dem Berner Callboy Mischa. Zudem berichtete ich darüber, dass 85'000 Unterschriften der Petition 'Gleiche Rechte für gleichgeschlechtliche Paare' der Bundeskanzlei übergeben wurden. Ich schrieb damals, dass mit der Petition nun das Parlament aufgefordert wurde, lesbischen und schwulen Paaren "grundsätzlich denselben Schutz ihrer auf Dauer angelegten Beziehungen zu ermöglichen, wie ihn heterosexuelle Paare durch Heirat erlangen können". Und ich zitierte Yves de Matteis von Pink Cross:

Wenn die Politikerinnen und Politiker in Zukunft untätig bleiben sollten, so wird dies nicht mehr als Ignoranz geschehen, sondern als Mangel an politischem Willen.

20 Jahre später wissen wir, dass dieser "politische Willen" noch über zehn Jahr hingehalten wurde – bis nämlich am 5. Juni 2005 mit einer Abstimmung mit 58 Prozent der Stimmen die eingetragene Partnerschaft vom Volk angenommen wurde und per 1. Januar 2007 in Kraft gesetzt wurde.