Ratespiel

Heute ist Ostersonntag: Wir geniessen zusätzliche Freitage und veranstalten fröhliches Eiertütschen und die Christenmenschen feieren die Auferstehung Jesu Christi. Und ich erzähle euch jetzt drei Geschichten …

Geschichte 1: David Z. (Name geändert) und die Kundschaft am Arbeitsplatz

Kunde: „Wie heisst Sie denn?“
Chef: „Er heisst David“
Kunde: „Und ihr Nachname?“
Chef: „Er heisst David Z.“
Kunde: „Was es alles gibt! Tragen jetzt Frauen auch schon Namen von Jungs?“

David ist in einem weiblichen Körper geboren worden. Da sein gefühltes Geschlecht aber männlich ist, korrigiert er nun diesen Fehler der Natur.

Geschichte 2: Showtime im amerikanischen Fernsehen

Castingshows im Fernsehen sind beliebt. Da werden Sänger, Tänzer, Models zu Superstars gemacht oder Bauern suchen Frauen oder ganz selten auch Männer und Dragqueen RuPaul sucht „America’s Next Drag Superstar“. Für die Sendung hatten sich die Produzenten das Ratespiel „Female or She-male?“ausgedacht. Den KandidatInnen wurden Bildausschnitte gezeigt und sie mussten raten, ob die gezeigte Frau eine „richtige“ oder „falsche“ Frau sei. Dass solche Spielchen Transmenschen nicht lustig finden, kann ich irgendwie nachvollziehen. Schliesslich finde ich es auch nicht gerade witzig, wenn mir heterosexuelle Mitmenschen erklären, dass man mir mein Schwulsein ja gar nicht ansehe!

antik

Der Gott Hermaphroditos, ein antikes Zwitterwesen mit Busen und Penis, das im Museum die Frage nach der Bedeutung der Biologie für das Geschlecht stellt.

Die Produzenten von „RuPaul’s Drag Race“ haben sich nach dem Vorwurf der Transphobie entschuldigt und eine Folge aus dem Verkehr gezogen.

Geschichte 3: Indien anerkennt drittes Geschlecht an

Der Oberste Gerichtshof Indiens hat beschlossen, dass in Ausweisen künftig ein drittes Geschlecht eingetragen werden darf. Das Gericht begründete den Entscheid, dass auch Transmenschen, die in Indien meist als Hijras bezeichnet werden, „gleiche Chancen“ verdienten.

In Indien hat das Leben zwischen den Geschlechtern eine lange Tradition – es soll unter den 1.22 Milliarden Inderinnen und Indern schätzungsweise zwei Millionen Hijras geben. Diese kleiden sich traditionell mit dem Sari und geben sich Frauennamen. Und übrigens: Letzten Dezember hat ebenfalls der Oberste Gerichtshof Indiens das Verbot der Homosexualität wieder eingeführt. Damit drohen Schwulen und Lesben nach alter britischen Kolonialgesetzgebung wieder bis zu zehn Jahren Haft.