Gemütlichkeit pur

Mein Rückblick auf die vergangene Woche will ich heute positiv angehen – und schwärme deshalb für den HAB-Stammtisch. Dass in Uganda ein Gesetz verabschiedet wurde, das nicht nur eine lebenslange Haftstrafe für Schwule und Lesben vorsieht, sondern auch mehrjährige Haftstrafen für jeden, der Homosexualität unterstützt, sei deshalb nur am Rande erwähnt. Positiv aber in diesem Zusammenhang: Die Weltbank, sonst eigentlich traditionell zurückhaltend, hat als Reaktion auf dieses Gesetzes einen Kredit von 90 Millionen Dollar gestoppt.

Das Konzept des HAB-Stammtisches ist einfach aber genial: Mitglieder der HAB organisieren einmal im Monat in ihrer Lieblingsbeiz einen Stammtisch. Letzten Mittwoch habe ich am Stamm im Restaurant Bahnhof Weissenbühl teilgenommen – und ich habe es genossen: Spannende und lustige Gespräche mit den neun schwulen Männern im Alter von über 30 bis über 80 und ein leckeres Schnitzel mit noch leckeren Pommes Frites und einem süssen Caramelköpfli. Gutbürgerlich übrigens nicht nur die Karte, sondern auch der Schmuck in der Gaststube selber. Da reihen sich Schweizerfahnen an irgendwelche Abzeichen, da hängen Geweihe von erlegtem Wild an den Wänden, es wird gejasst. Gemütlichkeit pur! Und eben mittendrin wir neun wackeren „Schwestern“ …

Der 14. „HAB-Stammtisch in Deiner Beiz“ findet übrigens unter dem Motto „raus in die Aglo“ am Mittwoch, 26. März in Zollikofen im Restaurant Kreuz ab 19.30 Uhr statt. Gastgeber ist ein gewisses Landei Daniel Frey.

Sicher nicht gemütlich ist der Job des Geschäftsleiters oder der Geschäftsleiterin von Pink Cross. Suchst du eine neue Herausforderung mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten und willst du für uns Schwule etwas bewegen? Dann bist du der richtige Mann, um Nachfolger von Alicia Parel zu werden. Und weil es in der Stellenausschreibung so schön tönt, noch ein Zitat daraus:

Durch politische Überzeugungsarbeit und eine aktive Medienpolitik will Pink Cross selbstbestimmtes schwules Leben als gleichberechtigte Lebensform in der Schweizer Gesellschaft durchsetzen.

Das Anforderungsprofil für diesen Job ist gross und verdient ein konkurrenzfähiges Salär. Und diesen Lohn kann Pink Cross nur zahlen, wenn auch möglichst viele Schwule regelmässig den Mitgliederbeitrag überweisen. Im Moment hat unser Dachverband 2200 Einzelmitglieder – für mit enttäuschend wenig, wenn man davon ausgeht, dass fünf bis zehn Prozent der männlichen Bevölkerung schwul ist …